Pressemitteilungen

Wärmewende aus dem Rechenzentrum

Innovatives Wärmenetz versorgt it.schule und DEKRA mit Abwärme aus nLighten-Rechenzentrum – Reduzierung von rund 1.200 Tonnen CO2e[1]

 Neue Wärmeversorgung im Synergiepark Stuttgart in Betrieb: WLSS und nLighten nutzen erstmals in Stuttgart die Abwärme eines Rechenzentrums für die lokale Wärmeversorgung.

 Versorgung wichtiger Gebäude: Die erzeugte Wärme beliefert unter anderem die städtische it.schule Stuttgart sowie mehrere DEKRA Gebäude.

Beitrag zu Klimaschutz und Wärmewende: Die Nutzung von Rechenzentrums-Abwärme reduziert CO-Emissionen und verbindet Digitalisierung mit nachhaltiger Energieversorgung.

Leistungsstarkes und nachhaltiges Wärmenetz: Das System mit Wärmepumpen erreicht bis zu 1,8 MW Wärmeleistung und soll jährlich rund 5 GWh Wärme bereitstellen.

Zukunftsfähige Infrastruktur mit Ausbaupotenzial: Das vom Bund geförderte, modular aufgebaute Netz kann künftig weitere erneuerbare Energiequellen und zusätzliche Abnehmer integrieren.

Stuttgart – Ein wichtiger Meilenstein für die Wärmewende in Stuttgart ist erreicht: Die Wärmelösungen Synergiepark Stuttgart (WLSS) und der Rechenzentrumsbetreiber nLighten haben die neue Wärmeversorgung im Synergiepark Stuttgart feierlich in Betrieb genommen. Künftig wird die Abwärme des Rechenzentrums in Stuttgart-Möhringen genutzt, um unter anderem die städtische it.schule und mehrere Gebäude von DEKRA mit Wärme zu versorgen. Zugleich markiert das Projekt den Startschuss für den weiteren Ausbau eines zukunftsorientierten Wärmenetzes im Synergiepark. „Mit diesem Projekt zeigen wir, wie die Energiewende vor Ort konkret umgesetzt werden kann“, sagen Dennis Bauer und Ulf Hummel, Co-Geschäftsführer der Wärmelösungen Synergiepark Stuttgart. „Die Abwärme eines Rechenzentrums wird nicht länger ungenutzt abgeführt, sondern als wertvolle Ressource für die Wärme- und Kälteversorgung eingesetzt. Damit verbinden wir Digitalisierung und Klimaschutz und schaffen die Grundlage für den weiteren Ausbau eines innovativen Wärmenetzes im Synergiepark Stuttgart.“

Abwärme reduziert CO-Emissionen

Die WLSS, ein Joint Venture der Stadtwerke Stuttgart GmbH und der e-con AG, haben mit innovativer Gebäudetechnik des regionalen Partners Alois Müller GmbH aus Stuttgart im Synergiepark ein Wärmenetz realisiert, das seine Energie aus erneuerbaren Quellen bezieht. Der Betriebsstart des Gebäudenetzes in der Breitwiesenstraße gilt als wichtiger Baustein für die klimafreundliche Energieversorgung des Quartiers: Technisch erfolgt die Wärmegewinnung über ein geschlossenes Wassersystem, das die Serverabwärme im Rechenzentrum aufnimmt und mithilfe von Wärmepumpen auf das benötigte Temperaturniveau anhebt. Das aufeinander abgestimmte System ist für eine Wärmeleistung von bis zu 1,8 Megawatt ausgelegt. Künftig soll das Gebäudenetz rund fünf Gigawattstunden Wärme pro Jahr bereitstellen. Im Vergleich zur bisherigen Wärmeversorgung auf Basis von Erdgas entspricht dies einer rechnerischen Reduzierung von rund 1.200 Tonnen CO2e[1] pro Jahr. „Wir verstehen Rechenzentren nicht als isolierte digitale Infrastruktur, sondern als Teil der lokalen Energieversorgung“, erklärt Andreas Herden, Managing Director Northern Europe von nLighten. „Wenn die beim Betrieb entstehende Wärme vor Ort sinnvoll weitergenutzt werden kann, entsteht daraus ein zusätzlicher Mehrwert für die Region. Der Stuttgarter Synergiepark zeigt ganz konkret, wie beides zusammenwachsen kann – Digitalisierung und Wärmewende.“

Innovatives Projekt setzt auf zukunftsfähige Infrastruktur

Zu den Wärmeabnehmern gehören die it.schule Stuttgart und mehrere Gebäude von DEKRA. Für beide Abnehmer bietet die Versorgung über das lokale Gebäudenetz im Vergleich zu fossilen Lösungen sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile. Für die Landeshauptstadt Stuttgart ist das Projekt ein wichtiger Schritt im Hinblick auf das Ziel der Klimaneutralität. Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt der Landeshauptstadt Stuttgart, betont: „Die Wärmewende entscheidet sich vor Ort. Mit der Nutzung der Abwärme aus dem Rechenzentrum machen wir aus einer bislang ungenutzten Ressource einen Baustein unserer klimafreundlichen Wärmeversorgung. Das ist gute kommunale Infrastruktur: vorhandene Energie effizient nutzen, CO₂ vermeiden und zugleich ein Wärmenetz schaffen, das mit dem Quartier wachsen kann. Genau solche Lösungen brauchen wir, wenn wir Stuttgart Schritt für Schritt klimaneutral machen wollen.“

Integrierte Wärmeversorgung erhöht Planungssicherheit

Wolfgang Linsenmaier, Mitglied des Vorstands von DEKRA e.V und DEKRA SE und verantwortlich für Nachhaltigkeit bei DEKRA, sagt: „Das Projekt steht beispielhaft für die erfolgreiche Zusammenarbeit regionaler Partner. Für DEKRA bedeutet der Anschluss an das Gebäudenetz eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Wärmeversorgung. Wir verbessern wesentlich die CO2-Bilanz unserer DEKRA Zentrale mit rund 2.000 Mitarbeitenden und profitieren von einer höheren Planungssicherheit bei den Energiekosten.“

Das Projekt wird durch Fördermittel des Bundes unterstützt und gilt als Beispiel dafür, wie kommunale, private und industrielle Partner gemeinsam innovative Lösungen für die Wärmewende entwickeln können. Durch seinen modularen Aufbau kann das Netz künftig um weitere Wärmequellen und zusätzliche Abnehmer erweitert werden.

 [1] Berechnung auf Basis des Erdgas-Emissionsfaktor (Heizwert) inklusive Vorkette von 0,242 kg CO₂e/kWh. Quelle: Umweltbundesamt (2026)

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